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"Wenn sie ein Kind dieses Alters (ca. 3 Jahre) fragen, wann eine Kuh Kuh heißt, antwortet es: 'Weil sie Hörner hat' oder 'Weil sie Milch gibt'. Wenn sie fragen, ob man die Kuh auch anders nennen könnte, so verneint es. Fragen sie es, ob man die Sonne Kuh nennen könnte, dann sagt es, das sei unmöglich, weil die Sonne gelb ist und die Kuh Hörner hat. Das Wort ist für das Kind entweder die Bezeichnung des Gegenstandes selbst oder eine seiner Eigenschaften, die das Kind nur schwer vom Gegenstand trennen kann." ![]() Zu Beginn des 3. Lebensjahres benutzt das Kind seine Sprache immer mehr, um das zu tun, was es im kommunikativen Ausdrucksverhalten seiner primären Bezugspersonen fast täglich wahrnimmt. Dazu gehört u.a.: ![]() Da sich die grammatischen Gestaltungsmittel der Sprache des Kindes in Entwicklung befinden, kann es seine gemeinte Bedeutung mit den zur Verfügung stehenden Mitteln noch nicht genau formulieren. Interessant ist dabei, dass das Kind offensichtlich über einen semantischen Aussage-Kern verfügt, der nur noch nicht korrekt in die grammatische Gestaltungsebene überführt werden kann. In der nachfolgenden Tabelle sind Äußerungen aus Alltagsdialogen dargestellt, an denen deutlich wird, dass ein Hörer, der die Situation nicht kennt, in der gesprochen wurde, die wahre Bedeutung der Äußerung nur schwer entschlüsseln könnte. Da die Mutter (oder der Vater) in diesen Situationen jedoch unmittelbar dabei war und die sprachlichen Ausdrucksvarianten ihres Kindes gut kennt, interpretiert sie diese semantisch vieldeutigen Äußerung (oft ohne Rückfragen) völlig im Sinne des Kindes.
In der weiteren Entwicklung im 4. Lebensjahr verfeinern sich die grammatischen Gestaltungsmittel. Dem Kind gelingt es zunehmend, einem Kommunikationspartner etwas mitzuteilen, so dass dieser den Mitteilungsinhalt auch ohne Situationskenntnisse interpretieren kann. In diesem Prozess wird die eigentliche Funktion der Grammatik einer Sprache deutlich: Mittel bereitzustellen, die es erlauben, u.a. Ereignisse, Vorgänge und Handlungen von Personen so darzustellen, dass der Hörer nur aus dem Gehörten die Aussagebedeutung entnehmen kann.
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Sprachentwicklung des Kindes"
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