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"...das 'Da' ...kann frei in alle Richtungen des Raumes hineinwirken. Hier also tauchen zwei für die Sprache charakteristische Züge auf: dass sie, aus dem unmittelbar praktischen Vollzug herausgelöst, ein 'Medium' wird und dass mit dessen Hilfe der Sprechende frei auf beliebige Gegenstände weisen kann." Besonders im 3. Lebensjahr ist oft ein hartnäckiges Fragen zu beobachten. Es hat den Anschein, als ob das Fragen an sich dem Kind große Freude bereitet. Nicht selten sind z.B. Warum-Fragen ohne Ende zu beobachten. Sie können den Gefragten schnell zu einer gewissen Ratlosigkeit im Antworten führen.Fragen sind übrigens in der Erörterung von Elementen der Macht bei E. CANETTI Mittel des "Eindringens". Die Frage ist auf Zerlegung aus, vor der man sich u.U. durch Schweigen schützen muss. Auch dem kindlichen ("bohrenden") Fragen (das jedoch nicht auf "Zerlegen" gerichtet ist) möchte man sich durch Schweigen irgendwann entziehen. Das gelingt auch, bis die nächste Fragerunde eingeleitet wird. Die Reaktionen auf maßloses Fragen helfen dem Kind, rückzukopplen. Es kann so erfahren, wann das Fragen, welche Fragen und ob permanentes Nachfragen als sozial angemessen angesehen wird. Im initiativen Sprachverhalten des Kindes erscheinen bereits im 2. Lebensjahr Fragen. Sie lassen sich unterscheiden nach Bei Fragen, bei denen es dem Kind um Wissen über seine Lebensumwelt geht, fragt es vor allem danach, was z.B. die Objekte sind, die es sieht und es fragt, ob die Objekte das sind, als was es sie sieht (interpretiert). Solche Fragen sind z.B. - Da? - Was is'n das? - Da, Gabel? Bei Fragen, bei denen es dem Kind um das Verstehen der Geschehnisse in seiner Umwelt geht, fragt es vor allem nach den Handlungen der Personen und nach dem Ort von Personen z.B. - Mama, machst du? - Buch holt? - Peter?
Das markante - sich scheinbar verselbständigende - Warum-Fragen setzt im 3. Lebensjahr ein und kann besonders intensiv im 4. Jahr werden. Oft vermitteln geduldige Eltern in diesen Dialogen umfangreiches Welt-, Handlungs- und Verhaltenswissen. Dabei ist zu beobachten, dass "Warum-Fragen" viel seltener als Mittel der Dialogeröffnung gebraucht werden. Sie erscheinen als Reaktion auf von der Mutter/dem Vater gehörte Hinweise, Erklärungen und Aufforderungen.Zu beachten ist, dass in der vorausgegangenen Zeit auch Mütter und Väter selbst das Kind fragen. Dabei spielen Fragen nach dem Ort, den Namen z.B. von Personen und Fragen nach dem Grund eine nicht geringe Rolle. In den nachfolgenden Dialogen sind Beispiele für kindliches (z.T. "bohrendes") Rückfragen mit "Warum". Eine dialogauslösende Warum-Frage des Kindes mit weiteren Warum-Rückfragen, die schließlich die Mutter nicht weiter beantwortet. In diesem Dialog steckt ein großer Anteil von Wissen über Ursache-Folge-Beziehungen und normatives (wertschätzendes) Verhalten.
Ein Fragen einmal anders herum: die Mutter fragt mit "Warum?" zurück. In einer Zeit, in der das Kind sonst häufig mit "Warum" zurückfragt, macht dies hier die Mutter. Das Kind fragt jedoch im gleichen Dialogbeitrag - nachdem es offensichtlich schwer gefallen ist, eine begründende Antwort zu finden - wieder mit "Warum" zurück.
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Sprachentwicklung des Kindes"
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