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"Ein Kind, das zwar sämtliche grammatischen Äußerungen präsent hat, aber nicht weiß, welche es gebrauchen soll, oder nicht weiß, wann es sprechen soll und wann nicht, wäre eine kulturelle Abnormität."
Solche spontanen Assoziationen können auf zwei Ebenen ausgelöst werden: auf der Satzebene und der Lautebene. Auf der Satzebene sind es syntagmatische Assoziationen, auf der Lautebene phonetisch-phonologische Assoziationen. Syntagmatische Assoziationen Wörter sind in Sätzen in verschiedenen Varianten kombinierbar. In der realen Alltagskommunikation sind solche Kombinationsmöglichkeiten in gewisser Weise "vorgeschrieben". Wie sie dann auftreten, wird zunächst von der Situation bestimmt, aus der heraus ein bestimmter Inhalt thematisiert wird. Nach einer Themenwahl spielen aber offensichtlich auch stochastische (den Zufall oder die Wahrscheinlichkeit betreffende) Prozesse eine Rolle. Das heißt, dass die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Wörtern vom Auftreten der jeweils vorausgegangenen Wörter abhängt. In der grammatischen Beschreibung von Sprachstrukturen spricht man in diesem Zusammenhang auch von Rektion und Valenz. Wird z.B. das "Trinken" einer Person thematisiert, impliziert das Prädikat "trinken" nur ganz bestimmte Objekte des Trinkens und/oder Eigenschaften des Trinkverhaltens.
Diesen Kombinationen liegen Bedeutungsbeziehungen zugrunde. Die frühen syntagmatischen Assoziationen des Kindes zeigen, dass es im Begriff ist, diese semantischen Grundlagenbeziehungen von Sätzen aufzubauen. Im folgenden Dialog wird ersichtlich, wie früher gehörte Wortverbindungen aktiviert werden. Offensichtlich führt ein Abgleich mit der realen Situation, das Hören sprachlicher Rückmeldungsangebote und die Anreicherung von Bedeutungswissen in der Folgezeit dazu, dass nur die syntaktisch möglichen Ergänzungen situationsbezogen gebraucht werden.
Zahlreiche Wörter haben eine lautlich sehr ähnliche Struktur. Meist sind es Bezeichnungen für semantisch völlig verschiedene Sachverhalte/Objekte. Das Kind muss lernen, dass in den allermeisten Fällen gleich klingende Wörter nicht eine gleiche oder ähnliche Bedeutung haben. Wenn das Kind ein neues Wört hört, das sich auf ein neues Objekt bezieht, versucht es, sich das Wort mit seinem bisherigen Gedächtnisbestand zu "erklären". Es aktualisiert ein phonetisch ähnliches Wort. Man könnte dieses Vorgehen wie folgt formulieren: Ein wahrgenommenes Wort, das noch keinen Bedeutungswert besitzt, wird zunächst einer perzeptiven (phonetischen) Struktur gleichgesetzt, die bereits für eine Bedeutungseinheit im Sprachgedächtnis vorhanden ist und maximale Ähnlichkeit mit dem neu gehörten Wort aufweist. Sind dann Bedeutungskomponenten für dieses Wort vorhanden, kann es phonematisch von ähnlichen Lautstrukturen differenziert werden. In der Folge können auch komplexe Wörter, die sich nur in einem Phonem unterscheiden, als bedeutungsverschieden klassifiziert werden.
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frühe
Sprachentwicklung des Kindes"
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